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Wie können wir als echte Kaffeejunkies in unserem „beschäftigten“ Alltag Müll vermeiden?

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Wie können wir als echte Kaffeejunkies in unserem „beschäftigten“ Alltag Müll vermeiden?

Liebe PELY® Alltagshelden,

heute gibt es für alle Kaffeejunkies einen spannenden Beitrag aus unserer Blog-Reihe „Ab in die Tonne mit alten Gewohnheiten“. Wir möchten Euch heute zeigen, wie Ihr in Eurem Alltag Müll vermeiden könnt, ohne dass Ihr auf Eure tägliche Dosis Kaffee verzichten müsst!

Uns ist klar, dass es unzählig viele Arten der Kaffeezubereitung gibt; also lasst uns gemeinsam bewusst Kaffee trinken – doch zuerst schenken wir Euch „reinen Wein“ ein.

Woher kommt überhaupt der Trend des Coffee-to-go-Bechers?

Der Coffee-to-go-Becher verzeichnete erstmals im Jahre 2007 einen deutlichen Boom in der Gesellschaft und war damit Erfolgstreiber für viele Kaffeehäuser.

Die Erfindung liegt aber viel weiter zurück. Lawrence Luellen, ein Rechtsanwalt aus Boston, entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts den Einwegbecher für Wasser, um die Verbreitung der Spanischen Grippe zu verhindern. Sein Becher war eine Erfindung, die dabei helfen sollte, eine Alternative zu den gemeinschaftlich benutzten Metallbechern zu schaffen und hatte schlichtweg hygienische Gründe.

Den ersten richtigen Coffee-to-go bekam man in der Imbisskette „Seven Eleven“ in New York; der Becher war damals noch aus Styropor. In den 80er-Jahren entwickelte „Starbucks“ dann den Deckel, um Platz für den Milchschaum zu schaffen. Der beste Nebeneffekt: Keine Kaffeeflecken mehr auf Hemd oder Bluse!

An dieser Stelle sei gesagt, dass der Ursprung des Coffee-to-go-Bechers einen sehr sinnvollen Nutzen für die Menschen hatte, doch welche Bedeutung haben die „Wegbecher“ heute?

Der Coffee-to-go-Becher und seine heutige Bedeutung für Mensch und Umwelt

Heute werden jährlich 2,8 Milliarden Einwegkaffeebecher verbraucht. Der Trend hat sich rasant entwickelt und heute gönnt sich der Großteil der Städter fast täglich seinen Kaffee im Gehen. Der Erfolg kam mit unserem Mentalitätswandel. Im Zuge der Digitalisierung hat sich unser Leben rasant beschleunigt:

Wir sind jetzt permanent erreichbar, immer beschäftigt und „busy“ mit unserem Smartphone oder auf dem Weg zum nächsten Meeting. Der Coffee-to-go ist zum Erkennungszeichen für ein gefragtes Leben geworden.

2,8 Milliarden Einwegkaffeebecher entsprechen einer Abfallmenge von 40.000 Tonnen(!). Bei Pappbechern denkt man per se erst einmal an nichts Schlechtes – Pappbecher werden jedoch selten durch uns in den korrekten Papiermüll geworfen und landen schließlich auf dem Restmüll. Selbst wenn sie richtig entsorgt werden, bereiten sie in den Müllanlagen eher Probleme. Da sie von innen mit Plastik beschichtet sind und durch die Anlagen nicht verarbeitet werden können, landen sie schließlich doch in der Verbrennungsanlage. Durchschnittlich besteht ein Einwegbecher zu sieben Prozent aus Kunststoff.

Ist das Mehrwegbecher-Pfandsystem wirklich besser? Wie können wir uns umweltbewusst verhalten?

Die Europäische Union hat Ende des Jahres 2018 entschieden, dass die Einwegkunststoffbecher im Jahr 2025 um ein Viertel reduziert werden müssen.

Laut dem IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung) ist der Mehrwegbecher aber erst ab der fünfzigsten Benutzung klimafreundlicher als die Einwegvariante. Durch die Dicke des Kunststoffs ist der Energieaufwand für die Herstellung im Vergleich zum Pappbecher zudem höher.

Es gibt einige Anbieter wie „FairCup“, „RECUP“ und „CUPFORCUP“, die bereits einen Vorstoß eines umweltfreundlichen Mehrwegbecher-Pfandsystems geleistet haben; aber auch hier müssen wir sagen: Die Rechnung ist nicht ganz so einfach.

Ähnlich wie bei den Trinkwasserglasflaschen, um die es in unserem letzten Blogbeitrag ging, müssen wir die Transportwege der Becher zu den Spülzentren und den Spülgang selbst mit berücksichtigen. Die industriellen Spülanlagen arbeiten mit hohen Temperaturen und verbrauchen so in kurzer Zeit viel Energie. Die Mehrwegbecher-Systeme, die definitiv umweltfreundlich sind, sind in der Regel durch den „Blauen Engel“ zertifiziert. Hier sind 500 Umläufe pro Becher garantiert.

Wenn Ihr „alles richtig“ machen wollt, nehmt Ihr am besten Euren eigenen Becher, der zu Hause steht und nicht extra hergestellt wurde.

Ein echter Öko-Tipp: Benutzt den Becher mehrmals am Tag und schwenkt ihn lediglich kurz mit kaltem Wasser aus. Am Ende des Tages kommt er dann mit dem anderen Geschirr in die eigene Geschirrspülmaschine, die energiesparender arbeitet als das Handspülen. Gut für die Umwelt, gut für uns! 🙂

Der Deckel ist das größte Dilemma am Coffee-to-go

Der Coffee-to-go passt in unseren zeitgenössischen Lifestyle und ganz verzichten wollen wir auf ihn auch nicht. Beim Besuch unseres Lieblingscafés oder der Bäckerei um die Ecke sagen wir der Umwelt zuliebe am besten gleich „Nein“ zum Deckel, denn er ist das größte Dilemma. Laut IFEU und dem Bundesumweltamt hat der Deckel die schlechteste Ökobilanz: 1.000 Deckel produzieren 20,8 Kilogramm CO2 – im Vergleich dazu schneidet der eigentliche Becher mit 8,4 Kilogramm CO2 pro 1.000 Stück ab. Besinnen wir uns auf den Ursprung des Deckels, genießen wir den Milchschaum lieber sofort; in Eile sagen wir dem Service-Team am besten direkt, dass der Becher nicht randvoll gemacht werden soll oder wir nehmen uns im abgehetzten Alltag genau jetzt die drei Minuten Zeit für einen kurzen Moment der Ruhe und genießen unseren Kaffee einfach vor Ort.

Die Ökobilanz von Kaffeekapseln

Für jeden, der zu Hause eine Kaffeekapselmaschine besitzt, könnte dieser Absatz etwas unangenehm werden, aber es lohnt sich, hier weiterzulesen! Die Kapselmaschine hat aktuell die umweltunfreundlichste Ökobilanz.

Grundsätzlich sind die Kapseln von den bekannten Markenherstellern aus wiederverwendbarem Aluminium hergestellt. Die Hersteller betrachten die Kapsel als Wertstoff und tatsächlich ist Aluminium zu 90 % recyclebar. Die Bilanz schneidet dennoch eher schlecht als recht ab: die Rücklaufquote der Kapseln ist essenziell und die Herstellung der Kapseln immer auf Neualuminium angewiesen. Das Neualuminium ist notwendig für die neuen Verschlussfolien der Kapseln, aber auch für das Aluminiumgehäuse. Bei der Herstellung der Kapseln entstehen in Deutschland rund 25.000 Tonnen CO2 jährlich. Die Kapseln der Billiganbieter bestehen aus Plastik, die sollte man komplett meiden.

Wer nicht auf diese Art der Kaffeezubereitung verzichten möchte, der nutzt entweder die kompostierbaren bzw. biologisch abbaubaren oder die wiederverwendbaren Kapseln. Wiederverwendbare Kapseln bieten zum Beispiel „mycoffeestar“, „MISTER BARISTA“ oder „Coffeeduck“ an. Ein teures, aber durchaus sinnvolles Modell ist die wiederbefüllbare Nespresso-Kapsel von „mycoffeestar“. Sie besteht vollständig aus Edelstahl und ist sehr robust. Für die Herstellung von 20 Gramm Edelstahl sind deutlich weniger Rohstoffe und Energie notwendig als für die Herstellung von Kunststoff oder Aluminium. Damit ist die Edelstahlkapsel die smartere Entscheidung. 

Wem das Reinigen und Befüllen zu lästig ist, der kann auch Kapseln aus Zellulosefasern verwenden, die später in den Kompostabfall wandern und sich nach sechs Monaten vollständig zersetzen.

Zwischen all dem „Blech“ sollten wir uns nur auch immer mal wieder fragen, ob der portionierte Kaffee wirklich besser schmeckt und inwieweit wir bereit sind, hierfür auch noch mehr Geld auszugeben?

Slow Coffee ist der neue Soul Coffee

Die positive Nachricht des deutschen Kaffeeverbands ist, dass 65 % der Deutschen ihren Kaffee am liebsten umweltbewusst trinken: Klassisch aus dem Filter, hergestellt mit kompostierbaren Filtertüten! Diesen genießen sie am liebsten morgens zu Hause.

Auch der Slow Coffee kommt nicht aus dem Vollautomaten; er wird per Hand aufgebrüht und das Ergebnis ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch geschmacklich viel besser! Wie der Name schon sagt, entschleunigt uns der Slow Coffee und soll dabei auch gut für die Seele sein.

So wird der Slow Coffee zum Soul Coffee: Beim Brühen riechen wir die frischen Kaffeebohnen, wir hören entweder das Zischen der „Bialetti“ bzw. des Herdkännchens oder fühlen die entweichende Hitze bei der „French Press“. Manche von uns mögen es auch besonders nostalgisch und lauschen dem Tropfen des Handfilters.

Mit einem selbstgebrühten Kaffee schenken wir uns selbst unser tägliches (Morgen-) Ritual und unserer Umwelt ihre wohlverdiente Entlastung.

Unser Fazit lautet: Kaffee ist zum Genießen da, gönnt Euch Euren Kaffee in aller Ruhe! Solltet Ihr unterwegs sein, nehmt Euch die Zeit und genießt auf den Sofas der unzähligen Cafés Euren Kaffee aus der Tasse. Das ist gut für Eure Seele und Euer umweltfreundliches Kaffeeherz!

Kaffee umweltfreundlich konsumieren – PELY® empfiehlt:

Kaffee zu Hause trinken:

  1. Ihr brüht Euch Euren eigenen Soul Coffee und entschleunigt dabei Euren Alltag. Aus Liebe zur Umwelt verwendet Ihr eine „French Press“ oder den Handfilter. Hierbei achtet Ihr darauf, nur so viel Wasser wie notwendig zu verwenden.
  2. An zweiter Stelle kommt das Herdkännchen oder die „Bialetti“. Hier verwendet Ihr optimalerweise die kleinste Herdplatte, um möglichst sparsam mit der Energie umzugehen.
  3. Auf Knopfdruck kommt Euer Kaffee aus dem Vollautomaten. Er verursacht nicht viel Abfall und die Umweltfreundlichkeit ist um einiges höher als bei der Kapselmaschine. Achtet beim Kauf jedoch auf energieeffiziente Geräte.
  4. An letzter Stelle folgen die Kaffeekapseln für zu Hause. Wenn Ihr darauf verzichten könnt, freut sich unsere Umwelt sehr! Solltet Ihr dennoch den portionierten Kaffee lieben, verwendet kompostierbare oder wiederverwendbare Kapseln. Bei den Wiederverwendbaren sind die Edelstahlmodelle am umweltfreundlichsten.

Kaffee unterwegs trinken:

  1. Setzt Euch in Euer Lieblingscafé mit Euren Freunden und genießt Eure Kaffeespezialität aus einer Tasse bzw. einem Glas. Ist das nicht auch der ideale Moment, um sich über das Thema „Nachhaltige Kaffeezubereitung“ zu unterhalten? 😉
  2. Ihr seid unterwegs und wollt Euren geliebten Coffee-to-go? Dafür habt Ihr bereits morgens Euren eigenen Mehrwegbecher eingepackt und seid damit bestens vorbereitet!
  3. Solltet Ihr Euren eigenen Mehrwegbecher nicht dabeihaben, fragt bei Eurem Bäcker oder im Kaffeehaus, ob sie sich auch einem Mehrweg-System angeschlossen und einen dazugehörigen Becher haben. An dieser Stelle könnt Ihr sogar nach dem „Blauen Engel“ fragen.
  4. Ihr kauft Euch einen Coffee-to-go in einem Pappbecher und sagt proaktiv „Nein“ zum Deckel. Beim Wegschmeißen achtet Ihr darauf, diesen in den Papiermüll zu werfen – in der Hoffnung, dass die Verbrennungsanlagen diesen verwerten können.

 

Wir wünschen Euch einen ordentlichen Koffeinkick bei der Umstellung Eurer Kaffeegewohnheiten und bewusste Momente bei Euren nächsten Soul Coffees! 🙂

Charlott aus Eurem PELY® Team

 

 

 

Links und Studien*:

Europäische Union – Einwegplastik: EU-Staaten geben grünes Licht für neue Regeln:
https://ec.europa.eu/germany/news/einwegplastik20190521_de

IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg:
https://www.ifeu.de/projekt/uba-coffee-to-go/

Umweltbundesamt:
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-02-20_texte_29-2019_einweggetraenkebechern_im_ausser-haus-verzehr_final.pdf

FairCup:
https://fair-cup.de/

RECUP:
https://recup.de/

CUPFORCUP:
https://cupforcup.de/

mycoffeestar:
https://eu.mycoffeestar.com/de/online-shop-eu/

MISTER BARISTA:
https://www.mister-barista.biz/

Coffeeduck:
https://shop.coffeeduck.com/de/

 

*Die enthaltenen Links sind keine werblichen Links.

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